Programm
HV… Hauptvortrag
NV… Nebenvortrag
WS… Präsenz-Workshop
WEB… Online-Workshop (Referent:in Online), wird tw. vor Ort gestreamt, wenn gekennzeichnet
Freitag, 24/04/2026
- ab 12:30 Uhr – Registrierung
- 13:15 Uhr – Begrüßung
- 13:30 – 14:45 · HV01Wird Online gestreamt
Was uns das Gehirn über Autismus verrät
Mag. Dr. Thomas Pletschko, Bakk. - 14:45 – 15:00 Uhr – Technikpause
- 15:00 – 16:15 · HV02Wird Online gestreamt
Diagnostik: Zwischen Überschneidung und Unterscheidung: Autismus-Spektrum, Zusatzdiagnosen, Differenzialdiagnostik – und die Bedeutung sozial-kognitiver Marker
Mag.a Sonja Metzler - 16:15 – 16:45 Uhr – Pause
- 16:45 – 18:00 · HV03Wird Online gestreamt
Dealing With Challenging Behaviours in Children and Adults With Autism
Dr. Christos Nikopoulos, BCBA-D, GMBPsS, CSci, FHEA - 18:00 – 18:10 Uhr – Technikpause
- 18:10 – 19:25 · HV04Wird Online gestreamt
Gemeinsames Verständnis als Schlüssel für wirksame Psychotherapie für Menschen im Autismus-Spektrum
Dipl.-Psych.in Brit Wilczek - 19:30 – 20:30 Uhr – Get Together
Samstag, 25/04/2026
- ab 08:15 Uhr – Registrierung
- 09:00 Uhr – Begrüßung
- 09:15 – 10:15 · HV05
Managing Feelings – Cognitive Behaviour Therapy to manage anxiety, sadness and Anger
Prof. Dr. Tony Attwood - 10:15 – 10:45 Uhr – Pause
- Block 1 (Auswahlmöglichkeit: Workshop oder Vortrag)
- 10:45 – 12:15 · NV01Wird Online gestreamtNur noch wenige Plätze!
Die Verbindung von Neurodivergenz und Sexualität
Mag.a Astrid Pfneisl - 10:45 – 12:15 · WEB01Online (wird vor Ort in den Raum übertragen)
Autism and happiness: from neurodiversity to neuroharmony
Dr. Peter Vermeulen, PhD - 10:45 – 12:15 · WEB02Nur Online
Das Double-Empathy-Problem: Warum Verstehen keine Einbahnstraße ist
Mag.a Dr.in Anna Marea Binder-Kita, BBA - 10:45 – 12:15 · WEB03Nur Online
Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) bei Autismus-Spektrum-Störung: Gegen Grübeln und für mehr Lebensqualität
Wiebke Hinz - 10:45 – 12:15 · WS01Nur noch wenige Plätze!
Zwischen den Welten von Autismus und ADHS: Passgenaue Diagnostik und individualisierte Therapie bei AuDHS
Mag.a Sonja Metzler - 12:15 – 13:45 Uhr – Mittagspause (Verpflegung inklusive)
- Block 2 (Auswahlmöglichkeit: Workshop oder Vortrag)
- 13:45 – 15:15 · NV02Wird Online gestreamtNur noch wenige Plätze!
Autismus zwischen Diagnose und Diversität – Integration neurodiversitätsbezogener Aspekte in die Diagnostik
Mag.a Dr.in Sandra Graf ,BA. - 13:45 – 15:15 · WEB04Online (wird vor Ort in den Raum übertragen)
Verstehen statt passendbiegen: Praxistaugliche, methodenübergreifende Schlüssel für eine gelingende therapeutische Beziehung mit Autist:innen – von einer Psychotherapeutin, die selbst Autistin ist
Dr.in med. Barbara Gorißen - 13:45 – 15:15 · WEB05Online (wird vor Ort in den Raum übertragen)
In Beziehung kommen – Die erweiterte Aufmerksamkeits- und Interaktionstherapie (AIT) nach Helmut Hartmann als entwicklungsfördernder Ansatz bei Autismus
Martina Steinhaus - 15:15 – 15:40 Uhr – Pause
- 15:40 – 16:40 · HV06Wird Online gestreamt
99 Tipps für ein glückliches Leben mit Autismus
Dr.in Brita Schirmer - 16:40 Uhr – Verabschiedung
Was uns das Gehirn über Autismus verrät
Das Verständnis der neurobiologischen und neuropsychologischen Grundlagen von Autismus hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht und eröffnet tiefere Einblicke in die zugrunde liegenden Mechanismen dieser Diagnose. Der Vortrag beleuchtet, wie strukturelle und funktionelle Besonderheiten im Gehirn mit den charakteristischen Merkmalen von Autismus in Verbindung stehen. Darüber hinaus werden neuropsychologische Theorien vorgestellt, die aufzeigen, wie die spezifische Informationsverarbeitung von autistischen Menschen die Interaktion zwischen autistischen und neurotypischen Individuen beeinflusst. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf neuropsychologisch-diagnostischen Ansätzen, die nicht nur das Verständnis von Autismus vertiefen, sondern auch Grundlagen für unterstützende und respektvolle Interventionen bieten. Der Vortrag verbindet aktuelle Forschungsergebnisse mit praktischen Implikationen für die Diagnostik und Unterstützung von autistischen Menschen.

- Klinischer- und Gesundheitspsychologe
- Spezialisierung auf Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie sowie Klinische Neuropsychologie
- viele Jahre Mitarbeit und Forschung an der Medizinischen Universität Wien
- Gründer und Leiter des „Institut TESTIFIED – Psychologische Diagnostik. Beratung. Therapie“ in Wien
- Der Fokus seiner Arbeit liegt u.a. auf schulischer und beruflicher Partizipation bei neurodivergenten Menschen.
Diagnostik: Zwischen Überschneidung und Unterscheidung: Autismus-Spektrum, Zusatzdiagnosen, Differenzialdiagnostik – und die Bedeutung sozial-kognitiver Marker
Die differenzialdiagnostische Einschätzung sowie die sorgfältige Abklärung möglicher Zusatzdiagnosen spielen eine zentrale Rolle im diagnostischen Prozess. Im Mittelpunkt dieses Vortrags steht die systematische Gegenüberstellung des Autismus-Spektrums mit häufig überlappenden Diagnosen wie beispielsweise ADHS. Besonderes Augenmerk liegt auf der klinisch bedeutsamen Unterscheidung sozial-kognitiver Funktionsprofile. Es wird aufgezeigt, wie ähnliche Symptome unterschiedliche Ursachen und funktionale Bedeutungen haben können – mit entscheidenden Konsequenzen für Diagnostik und Therapie.
Ziel ist es, die differenzierte Betrachtung nicht nur als diagnostisches Hilfsmittel zu verstehen, sondern als Grundlage für individualisierte, wirksame Behandlungskonzepte – jenseits allgemeiner Standardansätze.

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin in eigener Praxis mit langjähriger klinischer Erfahrung im Bereich Autismus-Spektrum (Beratung, Diagnostik, Therapie, Krisenintervention)
Ehemals Leitung Diagnostik- und Therapiezentrum des Dachverbands Österreichische Autistenhilfe in Wien
Projektleitung des binationalen EU-Projekts „ACE“ (Autism Competence Exchange)/ Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Slowakei – Österreich 2007–2013
Ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin einer Arbeitsgruppe zur Früherkennung des Autismus-Spektrums in der Schweiz
Teamsupervision/Supervision, Vorträge und Fortbildungen im In- und Ausland sowohl für Fachleute als auch für Eltern autistischer Kinder/Jugendlicher/Erwachsener
Publikationen im Bereich Autismus-Spektrum und Theory of Mind
Dealing With Challenging Behaviours in Children and Adults With Autism
Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen bei Kindern und Erwachsenen mit Autismus
Die Strukturierung eines Programms für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) war schon immer eine Herausforderung. Ihr Lernen wird häufig durch das Vorhandensein von herausfordernden Verhaltensweisen erschwert, die durchaus ein gemeinsames Merkmal sein können. Tatsächlich zeigt fast jeder Mensch im Autismus-Spektrum zumindest ein gewisses Maß an herausfordernden Verhaltensweisen. Diese gelten als gemeinsames Kennzeichen und beeinträchtigen das Lernen mitunter erheblich. Sie können zudem die jeweilige Person und/oder die Betreuenden in Gefahr bringen, Schaden zu nehmen. Eine wirksame Unterstützung und Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit ASS, die in ihrem täglichen Leben herausfordernde Verhaltensweisen zeigen, hängt vom Verständnis der Funktion ab, die solche Verhaltensweisen für den/die Einzelne:n haben. Ein solches Verständnis kann durch die Anwendung eines evidenzbasierten Ansatzes, der so genannten „Funktionalen Verhaltensbeurteilung (FBA)“, gewonnen werden. Daher werden die Teilnehmenden des Vortrags praktische Erfahrungen in der Erforschung, Planung und Umsetzung grundlegender funktionsbasierter Interventionsmethoden sammeln, da diese direkt mit den Informationen und Daten verknüpft sind, die während der FBA gesammelt wurden.
Wichtig: Der Vortrag wird online simultan von einer Dolmetscherin übersetzt – online Teilnehmende wählen hierzu die entsprechende Tonspur, präsent Teilnehmende können vor Ort aussuchen, ob sie die Beiträge in original Sprache oder übersetzt hören möchten.

- Er ist ein “Board Certified Behaviour Analyst® – D (Doctoral Level; BCBA-D)”, ehemaliges Mitglied des “Board of Directors des BACB®” und der “European Association of Behaviour Analysis (EABA)”.
- Er ist seit mehr als 28 Jahren als Kliniker, Universitätsdozent, Pädagoge, Berater, Forscher, weltweiter Redner und Autor in den Bereichen Autismus-Spektrum-Störung (ASS), geistige und andere Entwicklungsstörungen sowie neurologische und verhaltensbezogene Interventionen in der Sonderpädagogik tätig.
- Derzeit ist er Gründer und Geschäftsführer von “Autism Consultancy Services” in London (UK).
- Aufgrund seiner Forschungstätigkeit und seines Fachwissens auf dem Gebiet des Autismus wurde er vom Wissenschaftsrat als „Chartered Scientist“ ausgezeichnet, er ist wissenschaftlicher Berater der wohltätigen Organisation „Research Autism“, EU-Sachverständiger und Gutachter für eine Reihe internationaler Zeitschriften und Regierungsstellen.
Gemeinsames Verständnis als Schlüssel für wirksame Psychotherapie für Menschen im Autismus-Spektrum
Immer mehr Menschen – mit und ohne bereits bestehender Autismus-Diagnose – ersuchen in Kliniken und Praxen nach Psychotherapie. Viele waren bereits in stationärer oder ambulanter Behandlung, blieben jedoch mit dem Eindruck zurück, ihre „eigentlichen Probleme“ nie gelöst oder auch nur erfasst zu haben. Zugleich ist auf Seiten der Behandelnden vielfach der Eindruck entstanden, dass Betroffene von bewährten Interventionen nicht erreicht werden oder dass sie gar generell nicht von Psychotherapie profitieren könnten. Dies ändert sich, sobald auf beiden Seiten grundlegende Erkenntnisse zu autistischen Wahrnehmungsweisen, zu Besonderheiten in der sozio-emotionalen Entwicklung und zum Erleben Betroffener erfasst und in der therapeutischen Zusammenarbeit berücksichtigt werden. So stellt das gemeinsame Verständnis, die An-Erkennung und Berücksichtigung struktureller Besonderheit in der Regel einen entscheidenden Wendepunkt in der therapeutischen Arbeit und im Leben der betroffenen Person dar.

- Psychol. Psychotherapeutin
- Dipl.-Tanztherapeutin BVT
- In eigener Praxis tätig
- Supervision, Vortrags- u. Weiterbildungstätigkeit im Bereich Autismus
- Beratung u. Therapie in Reha- u. Jugendhilfe-Einrichtungen
- Autorin und Referentin im Bereich Autismus
Managing Feelings – Cognitive Behaviour Therapy to manage anxiety, sadness and Anger
Umgang mit Gefühlen – Kognitive Verhaltenstherapie zur Bewältigung von Angst, Traurigkeit und Wut
Im Vortrag wird erklärt, warum autistische Kinder und Erwachsene eher dazu neigen, intensive Gefühle zu empfinden und Affektive Störungen zu entwickeln. Außerdem werden Strategien erläutert, die helfen können, Emotionen zu mäßigen und zu bewältigen.
Die CBT umfasst Psychoedukation zu Emotionen und kognitive Umstrukturierung, d. h. die Verbesserung des Verständnisses von Emotionen bei sich selbst und anderen und die Änderung der Art und Weise, wie die Person Emotionen wahrnimmt und auf sie reagiert. Das Konzept eines Werkzeugkastens für Gefühle wird verwendet, um eine größere Bandbreite an Strategien zur Bewältigung und „Reparatur“ von Gefühlen bereitzustellen.
Wichtig: Der Vortrag wird online simultan von einer Dolmetscherin übersetzt – online Teilnehmende wählen hierzu die entsprechende Tonspur, präsent Teilnehmende können vor Ort aussuchen, ob sie die Beiträge in original Sprache oder übersetzt hören möchten.

- Klinischer Psychologe, der sich seit seinen Anfängen 1975 in England auf Autismus-Spektrum-Störungen spezialisiert hat.
- Derzeit arbeitet er in seiner eigenen Privatpraxis und ist außerdem a.o. Professor an der Griffith University in Queensland.
- Sein Buch „Asperger’s Syndrome – A Guide for Parents and Professionals“ wurde über 750.000 Mal verkauft und in 27 Sprachen übersetzt. Sein nachfolgendes Buch „The Complete Guide to Asperger’s Syndrome“, das im Oktober 2006 veröffentlicht wurde, hat sich über 400.000 Mal verkauft und wurde in 18 Sprachen übersetzt. Es ist eines der wichtigsten Lehrbücher über das Asperger-Syndrom, auch bekannt als Autismus-Spektrum-Störung – Stufe 1. Er hat zudem mehrere weitere Bücher bei den Verlagen Jessica Kingsley Publishers, Future Horizons Inc. und
- Guilford Press zu den Themen Angst und Depression, Beziehungen und Sexualität, Erwerbstätigkeit und allgemeine Ratschläge für autistische Kinder und Erwachsene veröffentlicht.
- Er ist Hauptredner bei vielen australischen und internationalen Konferenzen. Er gibt Workshops und Webinare und führt Schulungskurse über Autismus für Eltern, Fachleute und autistische Menschen in der ganzen Welt durch und ist ein erfolgreicher Autor von wissenschaftlichen
- Artikeln und Büchern zu diesem Thema.
- Er hat mit vielen Tausenden von Autist:innen aller Altersgruppen mit vielen Ausprägungen von Autismus gearbeitet.
Die Verbindung von Neurodivergenz und Sexualität
Über Sexualität wird im Allgemeinen wenig gesprochen. Über Autismus wird gelegentlich gesprochen – aber selten wirklich verstanden.
Und über die Verbindung von Neurodivergenz und Sexualität wissen wir bisher nur sehr wenig.
Dabei liegt es nahe, dass sich Bedürfnisse verändern, wenn Gehirn und Körper neurodivergenter Menschen anders funktionieren. Das betrifft soziale Interaktionen ebenso wie Sexualität – beide folgen oft eigenen Mustern, Rhythmen und Wahrnehmungswegen.
In der therapeutischen Arbeit zeigt sich immer wieder, dass viele autistische Menschen eine tiefe Sehnsucht nach intensiver, authentischer Sexualität haben. Gleichzeitig erleben sie im Alltag oft Missverständnisse, Überforderung oder Entmutigung bei der Umsetzung dieser Wünsche.
Dieser Vortrag möchte Verstehenshypothesen anbieten und mögliche Wege aufzeigen – für eine informierte, wertfreie und respektvolle Haltung in der Begleitung neurodivergenter Personen in der sexualtherapeutischen und psychotherapeutischen Praxis.

Psychotherapeutin und Sexualtherapeutin
Fokus auf kinky/polyamore Beziehungsformen, trauma- und neurodivergenzsensibler Begleitung sowie sexualtherapeutischer Beratung
seit 2011 als „Kink Aware Professional“ tätig
engagiert in Lehre, Fortbildung, Supervision und Öffentlichkeitsarbeit
Lehrgansleitung Sexualtherapie der VÖPP, Lehrgang Kink Aware Professionals, Lehrgang Neurodivergenz und Sexualität
Autism and happiness: from neurodiversity to neuroharmony
Autismus und Glück: Von Neurodiversität zu Neuroharmonie
Trotz intensiver Forschung, die oft die Besonderheiten von Autismus betont, übersehen wir leicht das Verbindende: Autistische Menschen teilen unsere menschlichen Grundbedürfnisse nach Autonomie, Wohlbefinden und Glück. Die Akzeptanz von Neurodiversität ist wichtig, hebt jedoch Unterschiede hervor. Wir sollten uns stattdessen auf das konzentrieren, was uns alle verbindet.
Bisher wurde Glück bei Autismus kaum oder nur defizitorientiert betrachtet. Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel: weg vom ständigen Fokus auf das Andersartige und Negative, hin zu einer positiven, gemeinsamen Ausrichtung – von der Neurodiversität zur „Neuroharmonie“.
Dieser Online-Beitrag zeigt praktische Strategien zur Förderung des Wohlbefindens von Autisten in Schule, Beruf und Familie. Anhand der Geschichte von Thijs – der in den 80er-Jahren diagnostiziert wurde und heute ein glücklicher Erwachsener ist – veranschaulichen wir, wie dieser Weg zur Neuroharmonie und einem inklusiven Zusammenleben gelingen kann.
Wichtig: Der Vortrag wird online simultan von einer Dolmetscherin übersetzt – online Teilnehmende wählen hierzu die entsprechende Tonspur, präsent Teilnehmende können vor Ort aussuchen, ob sie die Beiträge in original Sprache oder übersetzt hören möchten.

- PhD in Psychologie und Klinischen Erziehungswissenschaften
- mehr als 35 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet des Autismus
- Gründer von „Autism in Context”, wo Autismus im Kontext verstanden wird
- international angesehener Dozent/Trainer, hält Vorträge auf der ganzen Welt
- hat mehr als 25 Bücher und mehrere Artikel über Autismus geschrieben, die in mehr als 10 Sprachen übersetzt wurden
- erhielt 2019 den „Passwerk Life Time Achievement Award“ für seinen mehr als 30-jährigen Beitrag zur Autismus-Gemeinschaft in Belgien
Das Double-Empathy-Problem: Warum Verstehen keine Einbahnstraße ist
Das Double-Empathy-Problem (Milton 2012) zeigt, dass Missverständnisse zwischen Autist:innen und Neurotypischen nicht einseitig entstehen, sondern wechselseitig. Für alle, die therapeutisch, begleitend oder unterstützend tätig sind, ist dieses Wissen von zentraler Bedeutung:
- Wie beeinflusst das Double-Empathy-Problem den Aufbau tragfähiger (therapeutischer) Beziehungen?
- Welche Rolle spielt dabei das Konzept des epistemischen Vertrauens (Fonagy)?
- Welche praktischen Konsequenzen ergeben sich für die professionelle Begleitung autistischer Menschen?
In diesem Online-Workshop werden theoretische Grundlagen mit praxisnahen Impulsen verknüpft, die helfen, Missverständnisse zu reduzieren, Vertrauen zu fördern und die Entwicklung neuroaffirmativer Psychotherapie und Begleitung zu unterstützen. Es werden zudem Einblicke in aktuelle neuroaffirmative Ansätze für die psychotherapeutische und psychologische Praxis gegeben.
Im Anschluss gibt es eine 15-minütige Fragerunde für Austausch und Diskussion.

Psychotherapeutin in eigener Praxis in Wien
Doktorarbeit im Bereich Neurodiversität und neuroaffirmativer Psychotherapie, mit Schwerpunkt auf der Behandlung erwachsener Autist:innen und neurodivergenter Personen
Besondere Expertise in der Inklusion und fachgerechten Begleitung von autistischen und neurodivergenten Menschen sowie deren Angehörigen; Praxisgestaltung und therapeutische Haltung sind konsequent darauf ausgerichtet
Langjährige Erfahrung in der Vortragstätigkeit zu Themen wie neuroaffirmative Psychotherapie, Autismus, ADHS und intersektionale Ansätze im Bereich LGBTQIA+, mit Fokus auf praxisnahe Methodik und die Förderung eines neurodivergenzfreundlichen Behandlungsumfelds
Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) bei Autismus-Spektrum-Störung: Gegen Grübeln und für mehr Lebensqualität
In diesem Online-Beitrag werden zentrale Prinzipien der ACT vorgestellt und speziell auf Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) angepasst. Teilnehmende lernen, Grübel- und Angstsymptomatik durch Achtsamkeit, Akzeptanz und veränderte Verhaltensmuster zu adressieren. Inhalte: Werteklarheit, kognitionsorientierte Defusion, Achtsamkeitsübungen, acceptance-based Perspektiven, Exposure- und Verhaltensplanung in Alltagskontexten von ASS, sowie praxisnahe Interventionen und Fallbeispiele.
Ziele:
- Reduktion von Grübeln,
- Förderung von Flexibilität, Selbstakzeptanz und Lebensqualität im Alltag von Menschen mit ASS

Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie)
Supervisorin (DGVT)
pädagogische Kunsttherapeutin
Therapeutische Leitung Autismus-Therapiezentrum Meppen (Autismus-Therapie Weser-Ems)
Zwischen den Welten von Autismus und ADHS: Passgenaue Diagnostik und individualisierte Therapie bei AuDHS
Das gleichzeitige Vorliegen des Autismus-Spektrums und ADHS – auch als AuDHS bezeichnet – stellt besondere Herausforderungen für die therapeutische Praxis dar. Da sich zentrale Bedürfnisse und Behandlungsansätze beider Diagnosen teils widersprechen, entstehen komplexe Spannungsfelder in der Versorgung. Der Workshop beleuchtet diese Herausforderungen und stellt u.a. sozial-kognitive Marker aus der Diagnostik als Orientierungshilfe für eine individualisierte Behandlungsplanung vor. Im Gegensatz zu standardisierten „One-Size-Fits-All“-Ansätzen wird ein strukturiertes Vorgehen vermittelt, das Diagnostik und Therapie gezielt miteinander verknüpft und durch praxisnahe Beispiele ergänzt wird. Ziel ist es, Fachpersonen konkrete Werkzeuge für den differenzierten Umgang mit AuDHS an die Hand zu geben.

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin in eigener Praxis mit langjähriger klinischer Erfahrung im Bereich Autismus-Spektrum (Beratung, Diagnostik, Therapie, Krisenintervention)
Ehemals Leitung Diagnostik- und Therapiezentrum des Dachverbands Österreichische Autistenhilfe in Wien
Projektleitung des binationalen EU-Projekts „ACE“ (Autism Competence Exchange)/ Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Slowakei – Österreich 2007–2013
Ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin einer Arbeitsgruppe zur Früherkennung des Autismus-Spektrums in der Schweiz
Teamsupervision/Supervision, Vorträge und Fortbildungen im In- und Ausland sowohl für Fachleute als auch für Eltern autistischer Kinder/Jugendlicher/Erwachsener
Publikationen im Bereich Autismus-Spektrum und Theory of Mind
Autismus zwischen Diagnose und Diversität – Integration neurodiversitätsbezogener Aspekte in die Diagnostik
Die öffentliche und mediale Präsenz von Autismus hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Insbesondere über soziale Medien verbreiten sich neue Narrative und Selbstdeutungen, die den Blick auf Autismus prägen und zu einem breiten Diskurs über Vielfalt und Abweichung von Normen beitragen. Parallel dazu hat sich der Neurodiversitätsansatz etabliert, der Autismus nicht als Defizit oder Störung, sondern als Variante menschlicher Neuroentwicklung versteht. Diese Entwicklung fordert die klinisch-psychologische Diagnostik heraus, da hier sowohl die Perspektive neurologischer Vielfalt als auch die Anforderungen an eine valide Diagnosestellung berücksichtigt werden müssen.
Im Mittelpunkt steht daher die Frage, wie neurodiversitätsorientierte Perspektiven sinnvoll in die klinisch-psychologische Diagnostik integriert werden können, ohne dabei diagnostische Grenzen zu verwässern. Eine zu breite oder unscharfe Anwendung diagnostischer Kriterien birgt das Risiko, klinische Signifikanz zu verlieren, was nicht nur wissenschaftliche Forschung verfälscht, sondern auch für Betroffene weitreichende Konsequenzen haben kann.
Ziel des Vortrags ist es, ein differenziertes Verständnis von Autismus zu fördern, das sowohl die klinische Relevanz der Diagnose als auch die Anerkennung neurologischer Vielfalt in Diagnostik und Behandlung integriert.

Klinische und Gesundheitspsychologin mit Expertise in der psychologischen Diagnostik und klinischen Supervision
Schwerpunkt auf neurologische Entwicklungsstörungen, einschließlich Autismus-Spektrum-Störungen und ADHS
Neben ihrer klinischen Tätigkeit ist sie Dozentin im Bereich der klinischen und Neuropsychologie
Verstehen statt passendbiegen: Praxistaugliche, methodenübergreifende Schlüssel für eine gelingende therapeutische Beziehung mit Autist:innen – von einer Psychotherapeutin, die selbst Autistin ist
In diesem Workshop erhalten Sie anhand anschaulicher Fallvignetten Einblick in die Innenwelten erwachsener Autist:innen – Menschen, wie sie sich mit genau diesen Themen auch in Ihrer Praxis vorstellen könnten. Vielleicht beginnen Sie innerlich sofort, ein erstes Behandlungskonzept zu skizzieren – gestützt auf Ihre therapeutische Erfahrung, Ihre Methode, Ihre Kenntnis aus Fachliteratur und bisherigen Begegnungen mit autistischen Klient:innen. Doch verstehen Sie diesen Menschen wirklich? Denn: Was sind die Dinge, die man sich als Nicht-Autist nicht anlesen kann? Was sind die Erfahrungen, die fast alle Autist:innen teilen – einfach, weil sie von Kindheit an in einer Welt aufgewachsen sind, die sie als „nicht richtig“ erlebt hat? Und wie wirken diese Erfahrungen auf die therapeutische Beziehung?
Im zweiten Teil jeder Fallvignette erhalten Sie deshalb einen tieferen Einblick: typische, alltägliche Mikrotraumatisierungen seit der Kindheit, die nicht spektakulär sind – keine Verluste, keine Gewalt –, aber umso prägender. Es geht um ständige emotionale Missverständnisse, soziale Ausschlüsse, Anpassungsdruck und das frühe Gefühl, „anders“ zu sein – und irgendwie immer falsch. Diese Erfahrungen prägen Identität und Beziehungsmuster tief, und sind in der Therapie ebenso wirksam wie unsichtbar, wenn man sie nicht kennt.
Der dritte Teil der Fallvignetten bietet Ihnen praktische, methodenübergreifende Impulse: Was braucht dieser Mensch konkret, um sich sicher zu fühlen? Welche Stolpersteine lauern in der Kommunikation – auch in gut gemeinten Interventionen? Wie können Sie mit Respekt und echter Augenhöhe begegnen, ohne den impliziten Druck, sich „doch bitte ein bisschen anzupassen“? Denn: Für viele Autist:innen ist die Welt der Neurotypischen bereits ein permanentes Verlassen der Komfortzone. Wer das versteht – und dies auch spürbar macht –, legt den Grundstein für eine tragfähige therapeutische Beziehung.
Geplant sind etwa 15 Minuten pro Fallvignette – so dass wir in den 90 Minuten möglichst viele Perspektiven gemeinsam erkunden können.

Fachärztin für Innere Medizin
Psychotherapeutin (tiefenpsychologisch fundiert, fachgebunden)
Ärztliche Hypnotherapeutin (Deutsche Gesellschaft für Hypnose)
Buchautorin und seit 2014 in eigener Privatpraxis im Großraum Rhein-Main niedergelassen
Sie ist selbst AuDHD (also Autistin mit ADHS) und betrachtet autistische Welten darum nicht einfach als „Besucherin von außen“ – sie ist darin zu Hause.
Ihre Spezialisierungen als Psychotherapeutin sind Depression und Burnout sowie – natürlich – Neurodivergenz. Zu diesen Themen hat sie bereits mehrere Bücher veröffentlicht.
In Beziehung kommen – Die erweiterte Aufmerksamkeits- und Interaktionstherapie (AIT) nach Helmut Hartmann als entwicklungsfördernder Ansatz bei Autismus
Wie entsteht Kontakt, wenn Sprache nicht trägt? Wie gelingt Beziehung zu Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen im Autismus-Spektrum, wenn klassische Kommunikation versagt? Die erweiterte Aufmerksamkeits- und Interaktionstherapie (AIT) nach Helmut Hartmann bietet hierfür einen beziehungsbasierten Zugang, der nicht auf sprachliche Instruktion, sondern auf Präsenz, geteilte Aufmerksamkeit und nonverbale Resonanz setzt. AIT versteht sich als entwicklungspsychologisch fundierter, körper- und beziehungsorientierter Ansatz für die Frühförderung und Autismustherapie.
„Beziehung entsteht nicht durch Worte, sondern durch geteilten Präsenz.“ (Martina Steinhaus)
Ausgehend von dieser Haltung zeigt der Vortrag praxisnah, wie AIT wirkt – und wie sie weiterentwickelt werden kann: durch das Modell BIK – Beziehungsorientierte Interaktion & Kommunikation (nach Steinhaus), das zusätzlich dialogische, systemische und alltagsnahe Elemente integriert. Ergänzt wird der Ansatz durch die Transaktionsanalyse, insbesondere durch das Modell der drei psychologischen Grundbedürfnisse: Stimulus – Struktur – Stroke
Anhand von Beispielen und Reflexionsimpulsen wird deutlich, wie daraus ein modernes, tragfähiges Konzept für die autismusspezifische Förderung entsteht – über Disziplinen hinweg und mit Blick auf das, was zählt: echte Beziehung.

Autismustherapeutin
Dipl.-Psychologin
Verhaltenstherapeutin und Transaktionsanalytikerin (CTA) DGTA
Ausbildung in Potenzialorientierter System- und Organisationsaufstellung
erfahrene Referentin zum Thema Autismus
Beratung und Supervision
Vorträge und Fortbildungen im In- und Ausland sowie Autorin von Fachliteratur
Geschäftsführerin der Autismus-Therapie Weser-Ems gGmbH
99 Tipps für ein glückliches Leben mit Autismus
Was wünschen sich Eltern für ihre Kinder, Lehrkräfte für ihre Schützlinge und was wünscht man sich für sich selbst? Ein gutes, glückliches Leben! Nur, wann ein Leben erfüllt, gelungen und glücklich ist, schätzen Menschen sehr unterschiedlich ein. Letztlich kann es nur von einer Person selbst bewertet werden. Es geht auch nicht darum trotz Autismus ein gutes Leben zu führen – sondern mit Autismus glücklich zu sein.
In diesem Vortrag werden Tipps gegeben, die Menschen im Autismus-Spektrum und ihre Lebensbegleiter:innen dabei unterstützen sollen, ihren Weg zum Glück zu finden. Sie sind ganz unterschiedlich: Manche klein und sofort umsetzbar, andere brauchen langfristige Strategien oder sogar gesellschaftliche Veränderungen.
Hier wird keine trockene Theorie präsentiert: Alles basiert auf persönlichen Erfahrungen aus mehr als 30 Jahren Tätigkeit mit und für Menschen im Autismus-Spektrum und wird dann wissenschaftlich fundiert. Freuen Sie sich auf einen schönen Abschluss dieser Tagung: offen, undogmatisch und mit einer guten Portion Berliner Humors.

Dipl.-Sonderschullehrerin aus Berlin
Vor über 30 Jahren begann sie sich mit dem Thema Autismus auseinanderzusetzen. Es lässt sie seitdem nicht mehr los.
Seit 20 Jahren ist sie als Dozentin im gesamten deutschsprachigen Raum tätig. Dabei hält sie Vorträge, führt Seminare durch und begleitet Einrichtungen.
Im Bereich Autismus hat sie zahllose Aufsätze und zehn Bücher geschrieben.
Vor 25 Jahren hat sie eine Elterngruppe gegründet, die sie seitdem begleitet.